Lost Grounds: Gone, but not forgotten (USA)

Die Serie „Gone, but not forgotten“ widmet sich Stadien und Arenen, die heute nicht mehr existieren. Voraussetzung, um in diese Liste aufgenommen zu werden, ist der vollständige Abriss der jeweiligen Sportstätte. Eine bloße Namensänderung oder auch eine Rundumrenovierung reichen nicht aus, da die Geo-Koordinaten noch dieselben sind. Auch nicht die Tatsache, dass ein Stadion nicht mehr benutzt wird – solange die Arena noch in ihren Grundzügen steht, gilt sie nicht als „gone“. Der dritte Teil dieser Serie listet die GBNF-Grounds aus den Vereinigten Staaten auf.

Die Auswahl der Stadien in dieser Folge beschränkt sich auf diejenigen, in der jemals ein American-Football-Spiel in der modernen NFL-Ära, also nach 1970, ausgetragen wurde. Aus oben genannten Gründen sind zum Beispiel das Cleveland Municipal Stadium, das Soldier Field in Chicago, der Hubert H. Humphrey Metrodome in Minneapolis oder der Kingdome in Seattle nicht aufgelistet. Sie wurden zwar komplett abgerissen und durch neue Arenen ersetzt, aber eben an derselben Stelle.

N.B. Quelle sind die englischsprachigen Wikipedia-Seiten. Die Angaben zu den Fassungsvermögen variieren je nach Saison. Hier wurde die jeweils höchste angegeben.

Atlanta-Fulton County Stadium | Atlanta, GA

Spitzname: The Launching Pad
Frühere Namen: Atlanta Stadium (-1976)
Eröffnet: 1965 (April)
Geschlossen: 1996 (Oktober)
Abgerissen: 1997 (August) 〉〉
Team: Atlanta Falcons (1966-1991)
Kapazität: 60.763
Heute … befindet sich an dieser Stelle der Parkplatz für die angrenzende Arena, die als Centennial Olympic Stadium für die Olympischen Spiele 1996 errichtet und direkt im Anschluss in ein Baseball-Stadion (Turner Field) zurückgebaut wurde. Im Atlanta-Fulton County Stadium waren einst auch die Baseballer der Atlanta Braves beheimatet, die bis zur Schließung 1996 ihre Begegnungen hier austrugen, ehe sie in das Turner Field nebenan umzogen, bevor das wiederum in ein College-Football-Stadium umfunktioniert, in Center Parc Stadium umbenannt und das neue Zuhause der Georgia State University wurde. 〉〉


Georgia Dome | Atlanta, GA

Spitzname:
Frühere Namen:
Eröffnet: 1992 (September)
Geschlossen: 2017 (Juni)
Abgerissen: 2017 (November) 〉〉
Team: Atlanta Falcons (1992-2016)
Kapazität: 71.228
Heute … liegt das Gelände im Schatten der neuen Falcons-Heimat, einer nach einem Automobilkonzern benannten, milliardenteuren Arena. Gerade mal 15 Jahre existierte der Georgia Dome, eher er wieder gesprengt wurde. Zwei Superbowls (1994 und 2000) und die olympischen Wettbewerbe im Basketball, Handball und Turnen wurden hier ausgetragen. 〉〉


Memorial Stadium | Baltimore, MD

Spitzname: The Old Grey Lady of 33rd Street, The World’s Largest Outdoor Insane Asylum
Frühere Namen:
Eröffnet: 1922 (Dezember)
Geschlossen: 1997 (Dezember)
Abgerissen: 2002 (Februar)
Team: Baltimore Colts (1953-1983), Baltimore Ravens (1996-1997)
Kapazität: 65.248
Heute … befinden sich hier ein umzäunter Baseballplatz und Apartment-Häuser für Senioren. Kurzzeitig hieß die Arena auch in Andenken an den in Baltimore geborenen „Baseball-Gott“ Babe-Ruth-Stadium. Nachem die Colts nach Indianapolis gezogen waren, waren die Baseballer der Orioles die Hauptattraktion in diesem Mehrzweckstadion. 〉〉


Metropolitan Stadium | Bloomington, MN

Spitzname: The Met, Met Stadium
Frühere Namen:
Eröffnet: 1956 (April)
Geschlossen: 1981 (Dezember)
Abgerissen: 1985 (Januar)
Team: Minnesota Vikings (1961-1981)
Kapazität: 49.784
Heute … steht ihr ein riesiges Einkaufszentrum, die Mall of America – mit 42 Millionen Besuchern die größte der Welt. Neben den Minnesota Vikings waren auch die Baseballer (Twins) hier zu Hause. Beide Teams zogen Anfang der 1980er Jahre in den neuen Metrodome um. 〉〉


Riverfront Stadium | Cincinnati, OH

Spitzname: The Jungle
Frühere Namen:
Eröffnet: 1970 (Juni)
Geschlossen: 2002 (September)
Abgerissen: 2002 (Dezember) 〉〉
Team: Cincinnati Bengals (1970-1999)
Kapazität: 60.389
Heute … befinden sich hier Gebäudelkomplexe mit Hotelketten und Restaurants, die an das neue Baseball-Stadion der Reds (Great American Ballpark) angrenzen. Die Reds teilten sich einst das am Ohio River gelegene Riverfront Stadium mit den Bengals, die nun ein paar Meter weiter westwärts im neuen Paul Brown Stadium spielen. In seiner brutalistischen Schlichtheit strahlte das Riverfront Stadium einen morbiden Charme aus, war aber unterm Strich doch nur eine hässliche Betonschüssel. 1970 wurde hier die erste World Series auf Kunstrasen ausgetragen, im Januar 1982 ging das Playoff-Spiel der Bengals gegen die San Diego Chargers (27:7) als „Freezer Bowl“ in die Geschichte ein. Die mit -22 Grad Celsius gemessene Lufttemperatur sorgte für eine Windkühle von -38 Grad Celsius – die bis heute kälteste Temperatur bei einem Spiel der NFL. 〉〉


Mile High Stadium | Denver, CO

Spitzname:
Frühere Namen: Bears Stadium (-1968)
Eröffnet: 1948 (August)
Geschlossen: 2001 (September)
Abgerissen: 2002 (April)
Team: Denver Broncos (1960-2000)
Kapazität: 76.273
Heute … ist hier der Parkplatz des neuen Mile High Stadiums. Süß: Als Andenken an die alte Arena wurde in memoriam eine Miniatur-Ausgabe des 2002 abgerissenen Stadions, das „Mile High Monument“, errichtet. Zwischenzeitlich gehörte das Stadion in Form eines Hufeisens, in das sich in den 90ern auch die Baseballer der Colorado Rockies einnisteten, zu den größten und lautesten der NFL. 〉〉


Giants Stadium | East Rutherford, NJ

Spitzname: The Meadowlands
Frühere Namen:
Eröffnet: 1976 (Oktober)
Geschlossen: 2010 (Januar)
Abgerissen: 2010 (August) 〉〉
Team: New York Giants (1976-2009), New York Jets (1984-2010)
Kapazität: 80.242
Heute … befindet sich an der Stelle dieser, nunja, trostlosen Schüssel der Parkplatz des neuen Stadions der Giants und Jets, die zwar die Stadt New York im Namen tragen, aber faktisch zehn Kilometer westlich des Central Parks in New Jersey spielen. Das Stadion war Teil des immer noch existierenden Meadowlands Sports Complex, der Pate des Spitznamens „The Meadowlands“ war, und beherbergte unter anderem auch Spiele der Fußball-WM 1994, unter anderem das Halbfinale zwischen Italien und Bulgarien. Apropos Fußball: Als einstige Heimspielstätte der New York Cosmos absolvierte der Brasilianer Pelé hier 1977 sein letztes Spiel als Profi. 〉〉


Foxboro Stadium | Foxborough, MA

Spitzname:
Frühere Namen: Schaefer Stadium (-1983), Sullivan Stadium (1983-1989)
Eröffnet: 1971 (August)
Geschlossen: 2002 (Januar)
Abgerissen: 2002 (Juni)
Team: New England Patriots (1971-2002)
Kapazität: 61.297
Heute … säumen Geschäfte und Parkplätze des neuen Stadions die Fläche, auf der 31 Jahre lang die New England Patriots zu Hause waren. Ursprünglich in Boston gegründet, wurden die Patriots auf der Suche nach einer Spielstätte schließlich 30 Kilometer südwestlich in Foxborough fündig. Die informelle Schreibweise Foxboro wurde 1989 auch offizieller Namensgeber des Stadions, in dem sich Italien bei der WM 1994 den Weg ins Halbfinale bahnte, als die Azzurri ihre K.o.-Spiele gegen Nigeria und Spanien gewannen. Argentinien absolvierte hier seine drei Gruppenspiele, Diego Maradona markierte im Foxboro Stadium sein letztes WM-Tor. 〉〉


RCA Dome | Indianapolis, IN

Spitzname:
Frühere Namen: Hoosier Dome (-1994)
Eröffnet: 1984 (August)
Geschlossen: 2008 (Februar)
Abgerissen: 2008 (Dezember) 〉〉
Team: Indianapolis Colts (1984-2007)
Kapazität: 60.567
Heute … befindet sich hier ein riesiges Kongresszentrum. Die neue Heimspielstätte der Colts, das mit einer Retro-Fabrik-Fassade versehene Lucas Oil Stadium, wurde nur wenige Meter weiter südlich aus dem Boden gestampft. Im Hoosier Dome waren zwar keine Eishockey- oder Baseball-Teams untergebracht, aber es fand zum Beispiel jene Basketball-WM hier statt, in der Deutschland sensationell Dritter wurde (2002). Das Finale und die Partien der DHB-Auswahl wurden allerdings im Fieldhouse, 500 Meter die Straße runter, ausgetragen. 〉〉


Texas Stadium | Irving, TX

Spitzname:
Frühere Namen:
Eröffnet: 1971 (Oktober)
Geschlossen: 2008 (Dezember)
Abgerissen: 2010 (April) 〉〉
Team: Dallas Cowboys (1971-2008)
Kapazität: 65.812
Heute … liegt das Areal immer noch brach und wird nur hin und wieder vom städtischen Transportunternehmen als Abstellfläche genutzt. Pläne über die Zukunft des 13 Kilometer vom Dallas-Stadtkern entfernt gelegenen Geländes liegen noch in der Schublade. Das Texas Stadium flimmerte bereits in den 80er Jahren, als es noch keine NFL-Übertragungen außerhalb der USA gab, regelmäßig durch die deutschen Wohnzimmer – im Vorspann der Seifenoper „Dallas“. Sein charakteristisches Markenzeichen war die nicht ganz geschlossene Dachkonstruktion. Ursprünglich sollte das Texas Stadium komplett überdacht werden, am Ende der Bauarbeiten ging aber (a) das Geld aus und stellte sich (b) heraus, dass das Gebäude die Last ohnehin nicht würde tragen können. 〉〉


Kansas City Municipal Stadium | Kansas City, MO

Spitzname:
Frühere Namen: Muehlebach Field (-1937), Ruppert Stadium (1937-1943), Blues Stadium (1943-1954)
Eröffnet: 1923 (Juli)
Geschlossen: 1972 (Oktober)
Abgerissen: 1976
Team: Kansas City Chiefs (1963-1971)
Kapazität: 35.561
Heute … stehen hier nette Einfamilienhäuser, an der Ecke Brookyln Ave / E22nd Street erinnern auf dem „Monarch Plaza“ einige Gedenktafeln an die Mitte der 70er Jahre abgerissene Arena und an einige legendäre Sportler, die in ihr spielten – sowohl der Chiefs (Football) als auch der Royals (Baseball). Sein letztes Football-Spiel erlebte das Municipal Stadium an Weihnachten 1971: Es war nicht nur das einzige NFL-Playoff-Match, das hier jemals ausgetragen wurde, sondern mit 82 Minuten und 40 Sekunden reiner Spielzeit das bis heute längste NFL-Spiel überhaupt. Passend für das Ende der Stadion-Ära endete es mit einer 24:27-Niederlage der Chiefs nach zwei Verlängerungen gegen die Miami Dolphins. 13 spätere Hall of Famer standen auf dem Rasen. 〉〉


Miami Orange Bowl | Miami, FL

Spitzname:
Frühere Namen: Burdine Stadium (-1959)
Eröffnet: 1937 (Dezember)
Geschlossen: 2008 (Januar)
Abgerissen: 2008 (Mai)
Team: Miami Dolphins (1966-1986)
Kapazität: 80.045
Heute … steht hier das überdachte Baseball-Stadion der Miami Marlins (Marlins Park). Die Dolphins waren in dieser charakteristischen Arena, deren eine „Hintertorseite“ am Orange Bowl Way ohne Zuschauerränge, dafür aber mit einer schönen Palmenreihe daherkam, nur bis 1986 zu Hause. „Orange Bowl“ ist auch Synonym für eines der prestigeträchtigsten College-Football-Spiele, das jedes Jahr am 1. Januar hier ausgetragen wurde und seit 1996 in der neuen Dolphins-Heimat, dem Hard Rock Stadium im nördlich der Stadt gelegenen Miami Gardens, über die Bühne geht. Im Orange Bowl Stadion fanden die Superbowls II und III sowie drei weitere statt, jeweils ohne Dolphins-Beteiligung. Generell erlebten die Dolphins hier aber in den 70er Jahren ihre erfolgreichste Zeit, als sie zwei Mal in Folge (1972, 1973) Meister wurden und 1972 als bis heute einziges Team über die gesamte Saison ungeschlagen blieben (17-0-0). 〉〉


Milwaukee County Stadium | Milwaukee, WI

Spitzname: County Stadium
Frühere Namen:
Eröffnet: 1953 (April)
Geschlossen: 2000 (September)
Abgerissen: 2001 (Februar) 〉〉
Team: Green Bay Packers (1953-1994, gelegentlich)
Kapazität: 54.187
Heute … ist die Home Plate des alten Stadions noch exakt an derselben Stelle, in einem Mini-Baseball-Stadion, das mitten auf dem Parkplatz der neuen Arena (American Family Field) errichtet wurde. Hier wird ausschließlich Baseball gespielt (Brewers), auch im alten County Stadium gab es nur gelegentlich Football-Auftritte der Packers aus dem 165 Kilometer entfernten Green Bay. Bis 1994 bestritt der erste Superbowl-Sieger hier aus finanziellen Gründen zwei bis vier Partien pro Saison. Erst, als das heimische Lambeau Field entsprechend ausgebaut wurde, rentierte sich der hohe Aufwand nicht mehr. Das County Stadium hat also zwar NFL-Spiele beherbergt, war aber nie eine originäre NFL-Spielstätte. Da es sich um ein reines Baseball-Stadion handelte, waren die Umbaumaßnahmen für Packers-Heimspiele jedesmal eine große Herausforderung: Die Feldmaße konnten gerade so eingehalten werden, die Sicht war auf manchen Plätzen katastrophal. 〉〉


Tulane Stadium | New Orleans, LA

Spitzname: The Sugar Bowl
Frühere Namen:
Eröffnet: 1924 (April)
Geschlossen: 1975 (August)
Abgerissen: 1980 (Juni)
Team: New Orleans Saints (1967-1974)
Kapazität: 80.985
Heute … beherbergt das Gelände, auf dem einst das Tulane Stadium emporragte, Studentenwohnheime der Tulane University und Parkplätze. Im Tulane Stadium wurden von 1970 bis 1975 drei der ersten neun Superbowls gespielt, zudem war die Arena von 1935 bis Mitte der 70er Jahre Austragungsort des Sugar Bowl, einem der wichtigsten College-Meisterschaftsspiele, die immer am Jahresanfang die Massen bannen. In einer Zeit, als die Goal Posts noch auf der Goal Line standen, erzielte Saints-Kicker Tom Dempsey im Tulane Stadium 1970 von der eigenen 37-Yard-Linie ein Field Goal, das seinem Team einen 19:17-Sieg gegen Detroit sicherte – und ihm selbst mit den 63 überwundenen Yards einen NFL-Rekord, den er erst 2013 abgeben musste (Matt Prater, Broncos, 64 Yards). Sowohl die New Orleans Saints als auch der Sugar Bowl wanderten in den Louisiana Superdome ab, die Footballer der Tulane University spielen seit 2014 im angrenzenden Yulman Stadium. 〉〉


Shea Stadium | New York City, NY

Spitzname:
Frühere Namen:
Eröffnet: 1964 (April)
Geschlossen: 2008 (September)
Abgerissen: 2009 (Februar) 〉〉
Team: New York Jets (1964-1983), New York Giants (1975)
Kapazität: 60.372
Heute … ist hier, wie so oft, ein Parkplatz für das nebenan gebaute neue Stadion (Citi Field). Im Bereich „D“ sind Stolpersteine eingelassen, die unter anderem die Home Plate der alten Arena markieren. Das Shea Stadium diente 19 Jahre den New York Jets als Heimat, die sie sich 1975 ein Jahr mit den Giants teilten, Hauptattraktion waren hier aber die Baseballer der New York Mets (1964-2008). Das Stadion lag im Stadtteil Flushing, einen Steinwurf vom Billie Jean King National Tennis Center entfernt, in dem jährlich die US Open im Tennis ausgetragen werden. Im Shea Stadium spielten die Mets vier World Series, von denen sie zwei gewannen (1969 und 1986) und die entscheidende Partie jeweils hier nach Hause fuhren. Es wurde aber auch Football-Geschichte geschrieben: 1968 ebneten sich die Jets mit ihrem Quarterback Joe Namath ihren Weg zum Superbowl-Sieg im Shea Stadium, O.J. Simpson knackte 1973 als erster Running Back die 2.000-Yards-Marke und ein anderer legendärer Quarterback, Terry Bradshaw von den Pittsburgh Steelers, absolvierte 1983 hier das letzte Spiel seiner Profi-Karriere. 〉〉


Veterans Stadium | Philadelphia, PA

Spitzname: The Vet
Frühere Namen:
Eröffnet: 1971 (April)
Geschlossen: 2003 (September)
Abgerissen: 2004 (März) 〉〉
Team: Philadelphia Eagles (1971-2002)
Kapazität: 72.204
Heute … dient das Areal, auf dem einst das „Vet“ stand, als Parkplatz für das neue Baseball-Stadion der Phillies. Die Eagles teilten sich das Veterans Stadium mit den Phillies, Anfang der 2000er Jahre beschloss die Stadt schließlich, beiden Klubs neue und eigene Arenen auf dem Gelände des South Philadelphia Sports Complex zu bauen. Auch die neue Eagles-Heimat liegt also nur wenige Meter entfernt. Das „Vet“ sah das am spätesten beendete Baseball-Spiel aller Zeiten, den wegen mehrerer Unwetter mehrfach unterbrochenen Double-Header der Phillies gegen die San Diego Padres 1993. Als die Phillies Spiel zwei im zehnten Inning für sich entschieden hatten, war es 4:40 Uhr in der Früh. Seine denkwürdigste Zeit erlebte das „Vet“, als binnen weniger Wochen erst die Phillies hier die World Series gewannen (Oktober 1980), und die Eagles sich im Januar 1981 durch einen Sieg gegen die Dallas Cowboys erstmals für den Superbowl qualifizierten. 〉〉


Three Rivers Stadium | Pittsburgh, PA

Spitzname: The Blast Furnace
Frühere Namen:
Eröffnet: 1970 (Juli)
Geschlossen: 2000 (Dezember)
Abgerissen: 2001 (Februar) 〉〉
Team: Pittsburgh Steelers (1970-2000)
Kapazität: 59.600
Heute … spielen die Steelers im Heinz Field. Das Three Rivers Stadium weist mehrere Parallelen zum Riverfront Stadium in Cincinnati auf: Es wurde im selben Jahr eröffnet, sah genauso aus (Typ „runde Betonschüssel“), befand sich – wie der Name erahnen lässt – an einem Fluss, wurde Anfang der 2000er abgerissen und seine Fläche dient dem neuen Stadion als Parkplatz. Weitere Parallele: Die Footballer und Baseballer, die sich einst eine Arena teilten, besitzen nun jeweils eine eigene, sowohl in Pittsburgh als auch in Cincinnati steht das neue Football-Stadion westlich und das Baseball-Stadion östlich der alten Heimat. Von 1972 an bis zur Schließung war jedes Heimspiel der Steelers ausverkauft, sieben AFC-Endspiele wurden hier ausgetragen, Pittsburgh gewann vier. Und: Das Three Rivers Stadium war am 23. Dezember 1972 Schauplatz der „Immaculate Reception“, des mehrfach zum größten Spielzug der NFL-Geschichte gewählten Passes von Terry Bradshaw auf John Fuqua. 〉〉


Pontiac Silverdome | Pontiac, MI

Spitzname:
Frühere Namen: Pontiac Metropolitan Stadium (-1976)
Eröffnet: 1975 (August)
Geschlossen: 2013 (Januar)
Abgerissen: 2018 (April) 〉〉
Team: Detroit Lions (1975-2001)
Kapazität: 80.311
Heute … entsteht auf dem Areal des Silverdome das Logistikzentrum eines Online-Versandhauses. Die Sprengung der Mitte der 70er Jahre eröffneten und als modernste der Welt gepriesenen Arena benötigte zwei Versuche, weil beim ersten einige Sprengsätze nicht detonierten. Neben den mäßig erfolgreichen Detroit Lions (-2001) waren hier auch die Basketballer der Detroit Pistons (-1988) zu Hause. Der Einsturz des charakteristischen Hallendachs im Frühjahr 2013 leitete das Ende des Silverdome ein, das vor allem als Austragungsort des Superbowl 1982, als die San Francisco 49ers mit Joe Montana die Cincinnati Bengals schlugen, in Erinnerung bleiben wird. Und als der Ort, an dem Quarterback Tom Brady in der NFL debütierte. Ein Kurzeinsatz beim 9:34 seiner New England Patriots bei den Lions (1/3 Pässe für sechs Yards, auf seinen zweiten Einsatz musste Brady zehn Monate warten). 〉〉


Candlestick Park | San Francisco, CA

Spitzname: The Stick
Frühere Namen:
Eröffnet: 1960 (April)
Geschlossen: 2014 (August)
Abgerissen: 2015 (September)
Team: San Francisco 49ers (1971-2013)
Kapazität: 70.207
Heute … entstehen an jenem Ort, an dem Joe Montana seine Touchdown-Pässe auf Jerry Rice warf und an dem die Beatles 1966 ihr letztes Konzert gaben, ein Einkaufszentrum und Wohnungen. Der Candlestick Park wurde ursprünglich als Stadion für die Baseballer (Giants) gebaut, 1971 nisteten sich auch die 49ers hier ein und wurden im darauffolgenden Jahrzehnt das erfolgreichste NFL-Team. Die am San Francisco Bay gelegene und entsprechend zugige Arena war Schauplatz jenes Touchdowns, das als „The Catch“ in die Geschichte einging (Montana auf Dwight Clark), und häufigster Austragungsort für Monday Night Games. 〉〉


Busch Stadium | Saint Louis, MO

Spitzname: Busch Stadium II
Frühere Namen: Civic Center Busch Memorial Stadium (-1981), Busch Stadium (1982-2005)
Eröffnet: 1966 (Mai)
Geschlossen: 2005 (Oktober)
Abgerissen: 2005 (Dezember) 〉〉
Team: St. Louis Cardinals (1966-1987), St. Louis Rams (1995)
Kapazität: 60.000
Heute … befinden sich das ehemalige Infield, die Home Plate und der Pitcher’s Mound noch immer an derselben Stelle – allerdings nur als Relikt mit Denkmal-Charakter. Das abgerissene Stadion ist eher als Baseball-Arena in Erinnerung geblieben, obwohl die St. Louis Cardinals bis zu ihrem Umzug nach Arizona 21 Jahre lang hier ihre NFL-Heimat hatten. St. Louis die einzige Stadt, die zwei Franchises mit demselben Namen beherbergte. Denn die Baseballer, die hier sechs World Series spielten (und zwei gewannen), heißen ebenfalls Cardinals. Sie spielen im neuen „New Busch Stadium“, auch Busch Stadium III, das direkt nebenan entstand, während das Busch Stadium II noch existierte. Aufgrund der Überlappung der beiden Grundstücke stoppten die Arbeiten des neuen während des Abrisses des alten Stadions. 1995, als die Los Angeles Rams nach St. Louis zogen (bis 2015), wurde hier ein letztes Mal für eine Spielzeit NFL-Football geboten. 〉〉


Tampa Stadium | Tampa, FL

Spitzname: The Big Sombrero
Frühere Namen:
Eröffnet: 1967 (November)
Geschlossen: 1998 (September)
Abgerissen: 1999 (April)
Team: Tampa Bay Buccaneers (1976-1997)
Kapazität: 74.315
Heute … befindet sich auf dem Areal eine Festwiese mit Blick auf das neue Raymond James Stadium, das wenige Meter südlich der alten Arena errichtet wurde und wo die Buccaneers ihre beste Zeit erlebten. Das Tampa Stadium ist eines von sieben Stadien, in dem ein Superbowl ausgetragen wurde – und das nicht mehr existiert. 1984 bezwangen die Los Angeles Raiders hier die Washington Redskins (38:9), im Januar 1991 flogen zunächst mehrere Düsenjets unter dem tosenden Jubel der Zuschauer, die die US-Truppen im Golfkrieg bejubelten, über die Arena, ehe die New York Giants den Buffalo Bills die erste von vier aufeinanderfolgenden Superbowl-Niederlagen beibrachten (20:19), weil Bills-Kicker Scott Norwood in den Schlusssekunden einen Field-Goal-Versuch aus 47 Yards neben die Pfosten setzte. Am 5. Mai 1973 setzte die britische Rock-Band Led Zepellin eine neue Weltbestmarke für ein Konzert, als 56.800 Zuschauer ins Stadion strömten. Vier Jahre später kam es zu Ausschreitungen, als erneut Led Zepellin hier auftraten – und ein Unwetter für das frühzeitige Ende der Veranstaltung sorgte. 〉〉

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