Lost Grounds: Gone, but not forgotten (Türkei)

Die Serie „Gone, but not forgotten“ widmet sich Stadien und Arenen, die heute nicht mehr existieren. Voraussetzung, um in diese Liste aufgenommen zu werden, ist der vollständige Abriss der jeweiligen Sportstätte. Eine bloße Namensänderung oder auch eine Rundumrenovierung reichen nicht aus, da die Geo-Koordinaten noch dieselben sind. Auch nicht die Tatsache, dass ein Stadion nicht mehr benutzt wird – solange die Arena noch in ihren Grundzügen steht, gilt sie nicht als „gone“. Der zweite Teil dieser Serie listet die GBNF-Grounds aus der Türkei auf.

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ganz im Gegenteil: Da die meisten türkischen Stadien außerhalb der größeren Städte international ohnehin gänzlich unbekannt sind, beschränkt sie sich auf die größeren Arenen. Das Inönü-Stadion, das mit seiner herrlichen Lage direkt am Bosporus einst als eines der schönsten Stadien weltweit galt, ist aus oben genannten Gründen nicht dabei: Zwar wurde die Spielstätte von Beşiktaş JK komplett abgerissen, die Nachfolge-Arena mit Sponsorennamen entstand jedoch an exakt derselben Stelle.

ALİ SAMİ Yen Stadyumu | Istanbul

Eröffnung: 1964
Fassungsvermögen: 24.000
Verein: Galatasaray SK
Abgerissen: 2011
Nur in Istanbul ist das möglich: Man muss in einen anderen Kontinent fahren, um ein Stadtderby zu bestreiten! Das Ali-Sami-Yen-Stadion befand sich im europäischen Teil der Millionen-Metropole, allerdings nicht wie der Klubname vermuten lässt im Stadtteil Galata, sondern im nördlicheren Şişli. Die nach einem der Vereinsgründer benannte Betonschüssel wurde in der 1960er Jahren eröffnet, als Galatasaray in die nationale Spitze vorgedrungen war, zuvor befand sich hier lediglich ein normaler Sportplatz. Expansionsmöglichkeiten gab es hier nicht, zu dicht war das Stadion zwischen Wohnhäuser und die Stadtautobahn gezwängt. Da das Ali Sami Yen die internationalen Sicherheitsrichtlinien nicht mehr erfüllte und mit seinem geringen Fassungsvermögen die Kartennachfrage nie befriedigen konnte, musste ein Neubau her. Seit 2011 spielen die Gelb-Roten in einer neuen, viereinhalb Kilometer nördlicher gelegenen Arena, die über 50.000 Zuschauern Platz bietet. Das Ali Sami Yen wurde abgerissen und in Windeseile durch mehrere Hochhäuser ersetzt. >>


Atatürk Stadyumu | Kayseri

Eröffnung: 1960
Fassungsvermögen: 26.000
Verein: Kayserispor K, Kayseri Erciyesspor K
Abgerissen: 2009
In der Türkei sind Flughäfen, Universitäten, ja so gar Staudämme nach dem Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk benannt. Und natürlich Stadien. Eines davon stand knapp 40 Jahre in Kayseri. Im September 1967 geriet die Arena, die zwischenzeitlich ein Fassungsvermögen von 42.000 Zuschauern hatte, in die Negativschlagzeilen, als es in der Halbzeitpause der Partie Kayserispor gegen Sivasspor zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam, die 43 Tote und über 300 Verletzte forderten. Auf dem Areal der 2009 abgerissenen Arena befindet sich heute ein riesiges Einkaufszentrum (Forum Kayseri), das ironischerweise am Silvas Boulevard liegt. Mit dem Geld, das durch den Verkauf des Geländes eingenommen wurde, sowie mit einer Finanzspritze des türkischen Unternehmers Kadir Has wurde das neue Kayseri-Kadir-Has-Stadion im Westen der Stadt finanziert. Has starb zwei Monate nach Baubeginn im Alter von 85 Jahren. >>


HÜSEYİN Avni Aker Stadyumu | Trabzon

Eröffnung: 1951
Fassungsvermögen: 40.000
Verein: Trabzonspor K
Abgerissen: 2010
Hüseyin Avni Aker war ein Trabzoner Sportfunktionär. Das Stadion, das knapp 60 Jahre seinen Namen trug, lag gerade mal 500 Meter Luftlinie vom (Schwarzen) Meer entfernt. Es wurde 1951 eröffnet und hatte eine Kapazität von lediglich 2.500, doch mit der steigenden Popularität des Fußballs und der Gründung von Trabzonspor wurde das Avni Aker nach und nach ausgebaut, bis schließlich – nach offiziellen Angaben – knapp 25.000 Menschen hineinpassten. Das mitten in der Stadt gelegene Stadion wurde 2018 abgerissen, auf dem Gelände soll eine Grünanlage entstehen. Die neue Heimat Trabzonspors, nur wenige Kilometer westlich gelegen, ist ebenfalls nach einem Sohn der Stadt benannt: dem ehemaligen türkischen Nationaltrainer Şenol Güneş. Das Stadion liegt nicht nur nah, sondern direkt am Meer. >>

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s