Rebellen: Peter Withe

Peter Withe war ein Schrank von einem Kerl. Ein klassischer britischer Stürmertyp. Bullig und physisch stark. Als er im Sommer 1980 für die stolze Transfersumme von 500.000 Pfund nach Birmingham kam, war er bereits ein weit gereister Mann. Am 30. August 1951 in Liverpool geboren, begann Withe seine Profi-Laufbahn in Southport und spielte sogar für einige Klubs in Südafrika, ehe er 1973 auf die Insel zurückkehrte und für die Wolverhampton Wanderers stürmte.

Nach einem kurzen Intermezzo bei Birmingham City landete der Vollblutstürmer schließlich 1976 bei Nottingham Forest und gestaltete die erfolgreichste Epoche des Klubs mit, als unter Trainer Brian Clough zunächst der Aufstieg in die First Division gelang und im Oberhaus auf Anhieb die erste Meisterschaft der Klub-Geschichte eingefahren wurde. In dieser Spielzeit 1977/78 teilte sich Withe mit John Robertson die klubinterne Torjägerkanone – beide hatten zwölf Treffer beigesteuert. Den Europapokal-Triumph Forests erlebte Withe allerdings nicht mehr mit, weil er den Verein verlassen und sich dem Zweitligisten Newcastle United angeschlossen hatte.

Von hier lotste ihn Villa-Coach Ron Saunders für 500.000 Pfund nach Birmingham, weil er noch einen Torjäger seiner Qualität benötigte. Withe zahlte jeden Pfund, den der Klub in ihn investiert hatte, zurück. Mit seinen 20 Toren wurde er 1981 nicht nur  Torschützenkönig in England, sondern bescherte „Villa“ den ersten Meistertitel nach 71-jähriger Durststrecke. Nur ein Jahr später toppte er das Ganze mit dem spielentscheidenden Treffer im Landesmeister-Finale gegen Bayern München (1:0). Insgesamt absolvierte Withe in Meisterschaft und Pokal 232 Spiele für die Villans und erzielte dabei 90 Treffer. Sein Markenzeichen: Die beiden Schweißbänder im Aston-Villa-Design.

Der große Durchbruch in der Nationalmannschaft gelang ihm allerdings nicht. Elf Mal spielte er zwischen 1981 und ’84 für die Three Lions und erzielte im EM-Qualifikationsspiel gegen Ungarn in Wembley (2:0) seinen einzigen Treffer. Immerhin war Peter Withe der erste Villa-Spieler, der jemals für ein englisches WM-Aufgebot nominiert wurde, allerdings kam er 1982 in Spanien nicht zum Einsatz.

Nach einem zweijährigen Gastspiel bei Sheffield United beendete Withe seine aktive Laufbahn 1987 und versuchte sich bald als Coach. Im Oktober 1991 fand er sich nach der Entlassung von Ray Harford auf der Trainerbank des Wimbledon FC wieder, gab sein Amt aber am Ende der Saison ab. Bereits als Spieler ein Fußball-Nomade, hielt es den einstigen Goalgetter auch als Coach nicht lange an einem Ort, und so suchte er sein Glück im fernen Osten, wo er die Nationalmannschaft Thailands und die Auswahl Indonesiens betreute. Nach dem erfolgreichen WM-Auftritt Südkoreas 2002 sah er den asiatischen Fußball im Aufwind und wollte an diesem Höhenflug teilhaben. „Ich fühle und denke inzwischen wie ein Indonesier“, erklärte Withe einst in einem Interview. Die große Trainerkarriere ist allerdings ausgeblieben.

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